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Eigenbluttherapie bei Allergien: Natürliche Hilfe oder Mythos?

Lukas Fuchs vor 6 Monaten Alternative Therapien 3 Min. Lesezeit

Leiden Sie unter Allergien und suchen nach alternativen Behandlungsmethoden? Die Eigenbluttherapie wird oft als natürliche Option angepriesen. Aber was steckt wirklich dahinter? In diesem Artikel beleuchten wir die Eigenbluttherapie im Kontext von Allergien, ihre Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und wissenschaftliche Evidenz.

Was ist die Eigenbluttherapie?

Die Eigenbluttherapie ist eine naturheilkundliche Behandlungsmethode, bei der dem Patienten eine kleine Menge Blut entnommen, aufbereitet und anschließend wieder injiziert wird. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und das Immunsystem zu stärken.

Wie funktioniert die Eigenbluttherapie bei Allergien?

Bei Allergien reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Substanzen (Allergene). Die Eigenbluttherapie soll das Immunsystem modulieren und die Reaktion auf Allergene reduzieren. Der genaue Wirkmechanismus ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass die Re-Injektion des Eigenbluts eine Art "Reiz" setzt, der das Immunsystem dazu anregt, sich neu zu regulieren und die Überreaktion auf Allergene zu verringern. Einige Theorien gehen davon aus, dass durch die Aufbereitung des Blutes bestimmte Immunzellen aktiviert werden, die dann entzündungshemmend wirken.

Bei welchen Allergien kann die Eigenbluttherapie eingesetzt werden?

Die Eigenbluttherapie wird bei verschiedenen Allergieformen eingesetzt, darunter:

  • Heuschnupfen (allergische Rhinitis): Die häufigste Anwendung findet sich bei saisonalen Allergien wie Heuschnupfen, um die Symptome wie Niesen, Juckreiz und tränende Augen zu lindern.
  • Hausstauballergie: Auch bei ganzjährigen Allergien gegen Hausstaubmilben kann die Eigenbluttherapie eine unterstützende Rolle spielen.
  • Tierhaarallergie: Manche Patienten berichten von einer Verbesserung ihrer Symptome nach einer Eigenbluttherapie bei Tierhaarallergien.
  • Nahrungsmittelallergien: In einigen Fällen wird die Eigenbluttherapie auch bei Nahrungsmittelallergien eingesetzt, allerdings ist hier besondere Vorsicht geboten und eine begleitende Ernährungsberatung unerlässlich.
  • Neurodermitis (atopisches Ekzem): Bei Neurodermitis, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, kann die Eigenbluttherapie begleitend eingesetzt werden, um Juckreiz und Entzündungen zu reduzieren.

Wie läuft eine Eigenbluttherapie ab?

  1. Anamnese und Untersuchung: Zunächst erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt oder Heilpraktiker, um die Krankengeschichte zu erfassen und die Eignung für die Therapie zu prüfen.
  2. Blutentnahme: Es wird eine kleine Menge Blut (meist wenige Milliliter) aus der Vene entnommen.
  3. Aufbereitung: Das Blut wird aufbereitet. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen, z.B. durch Zugabe von homöopathischen Mitteln, Vitaminen oder durch Bestrahlung mit UV-Licht.
  4. Injektion: Das aufbereitete Blut wird dem Patienten entweder direkt in die Vene, in den Muskel oder unter die Haut injiziert.
  5. Wiederholung: Die Behandlung wird in der Regel mehrmals wiederholt, oft in wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Abständen.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es auch bei der Eigenbluttherapie mögliche Risiken und Nebenwirkungen. Dazu gehören:

  • Lokale Reaktionen: Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Injektionsstelle sind möglich.
  • Infektionen: Bei unsachgemäßer Durchführung können Infektionen auftreten.
  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen auf das Eigenblut oder die zugesetzten Substanzen kommen.
  • Kreislaufprobleme: Schwindel oder Kreislaufbeschwerden können auftreten, insbesondere bei empfindlichen Patienten.
  • In sehr seltenen Fällen: Anaphylaktischer Schock.

Wichtig: Informieren Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker über alle bestehenden Erkrankungen und Medikamente, die Sie einnehmen.

Was sagt die Wissenschaft zur Eigenbluttherapie bei Allergien?

Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie bei Allergien ist begrenzt und widersprüchlich. Einige Studien deuten auf eine positive Wirkung hin, während andere keine signifikanten Unterschiede zu Placebo-Behandlungen feststellen konnten. Viele Studien sind zudem methodisch mangelhaft oder haben eine geringe Teilnehmerzahl. Daher kann die Eigenbluttherapie derzeit nicht als Standardtherapie bei Allergien empfohlen werden. Weitere, qualitativ hochwertige Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie bei Allergien fundiert zu beurteilen.

Alternativen zur Eigenbluttherapie bei Allergien

Es gibt verschiedene alternative und schulmedizinische Behandlungen für Allergien, die eine bessere wissenschaftliche Grundlage haben. Dazu gehören:

  • Allergenvermeidung: Die wichtigste Maßnahme ist, den Kontakt mit dem Allergen so gut wie möglich zu vermeiden.
  • Antihistaminika: Diese Medikamente blockieren die Wirkung von Histamin, einem Botenstoff, der bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird.
  • Kortikosteroide: Kortikosteroide wirken entzündungshemmend und können bei schweren allergischen Reaktionen eingesetzt werden.
  • Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie): Bei dieser Behandlung wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt, um die Immunreaktion zu reduzieren.

Fazit

Die Eigenbluttherapie ist eine alternative Behandlungsmethode, die bei Allergien eingesetzt wird. Die wissenschaftliche Evidenz für ihre Wirksamkeit ist jedoch begrenzt. Bevor Sie sich für eine Eigenbluttherapie entscheiden, sollten Sie sich ausführlich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen und die möglichen Risiken und Nutzen sorgfältig abwägen. Informieren Sie sich auch über alternative Behandlungsmethoden mit besserer wissenschaftlicher Grundlage.

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